Kicker an der kurzen Leine

Tischfußball in XXL: Riesengaudi in Stromberg

Vor der Dieter - Trennheuser - Halle in Bendorf - Stromberg liegt noch reichlich Schnee. Aus dem angrenzenden Wald kommen Spaziergänger.
Sie wundern sich über die Männer, die vor dem Gebäude stehen, nur einen Schlafanzug tragen und meist eine Flasche Bier in der Hand haben.
"Human Table Soccer" heißt des Rätsels Lösung und lässt die Halle am Sonntag zur Arena werden.

BENDORF. Gerade ist ein Tor gefallen, die KG Mülhofen hat es gegen die Six Luders erzielt. Doch Tänze aufzuführen fällt schwer - ist doch jeder
Spieler mit einem Haken an einem Seil befestigt: Der Tormann sowie zwei Abwehr - und Mittelfeldspieler. "Das ist Kicker mit lebenden Figuren",
sagt Jörg Freisberg von der "Gemeinschaft Strom - berger Karneval", "die Idee ist einmal am Ende einer Saison beim Bier entstanden".

"Die Hände zum Himmel", ruft Mitorganisator Olaf Dommershausen in sein Mikrofon, "und jetzt alle!" Es wird gesungen und getanzt, an allen Ecken
und Enden bilden sich Polonaisen. "Wir machen das jetzt zum ersten Mal", sagt Freisberg, "Anlass waren die 33 Jahre Stromberger Karneval.
Und wir werden es auch fortführen, schließlich gibt es ja einen Wanderpokal." Alle Vereine haben mitgemacht: Die Alten Burschen aus Gönnersdorf,
der KUK - II. - Elferrat aus Bendorf, die KG Blau Weiss Sayn, die KG Mülhofen, die Bendorfer Narrenzunft, die Six Luders, das GSK - I. -
Männerballett aus Stromberg, das KVK - I. - Prin - zenteam aus Bendorf, Prinz Henry aus Mülhofen, das Sessenbacher Prinzenteam, die
KG Cooner Schloot aus Caan und die Stadtsoldaten aus Isenburg. Dementsprechend ist natürlich die Stimmung.

"Kurze Unterbrechung", ruft Dommershausen, weil sich gerade wieder eine Polonaise ihren Weg übers Spielfeld bahnt.
"Dieses ist elf mal fünf Meter groß", erklärt in der Zwischenzeit Freisberg, "wir haben es uns vom Fußballverband Rheinland ausgeliehen."
Dann geht es weiter mit dem Lokalderby, die Bendorfer Narrenzunft spielt gegen den KUK - II. - Elferrat. "Wer das gewinnt, ist Stadtmeister",
heißt es.

Der Schaumstoffball ist hart umkämpft. Mehrmals muss das Spielfeld gespannt werden, bis es schließlich 1:0 für die Narrenzunft heißt. Etwas traurig
schaut nur Nicole Dommershausen von den Six Luders: "Wir haben bis jetzt alle Spiele verloren", sagt sie, "mussten allerdings auch kurzfristig einspringen,
weil ein Team ausgefallen ist." Magdalena Walter aus Nauort ist außer Rand und Band. Mit ihren Freundinnen von der KG Stromberg feuert sie das
Männerballett an: Grün - Weiß regiert. Bester Stimmung ist auch David Sobotta von der KG Caaner Schloot: "Bis jetzt sind wir Tabellenführer unserer Gruppe", frohlockt er. Als eine "Veranstaltung mit Freunden" beschreibt Heiner Eidenberg, Vorsitzender der Gemeinschaft Stromberger Karneval, die Atmosphäre. (man)