In Mülhofen waren die Narren "ganz denewer" - Kappensitzung mit vielen Höhepunkten

Beifall fürs Männerballett

Protokoller Rolf Trennheuser hielt Rückblick aufs vergangene Jahr

MÜLHOFEN. AGH. "Ganz denewer" heißt nicht nur die Karnevalsgesellschaft Mülhofen. "Ganz denewer" waren auch die Gecken, als Präsident Bernd Wollinger mit Elferrat, Möhnen und der Garde den Startschuß zur Kappensitzung des Bendorfer Stadtteils abfeuerte.
In der festlich geschmückten Narrhalla, der Mehrzweckhalle an der Bodelschwingh-Grundschule, regiert echter Frohsinn - kein Wunder bei einem Programm, das Wollinger zurecht als "spitzenklasse" beschrieb. Bevor jedoch die Lachmuskeln des närrischen Auditoriums strapaziert wurden, sorgte der Einmarsch des Mülhofener Prinzenpaares für Stimmung. Seine Tollität "Prinz Peter IV. vom Fasel's Eck" samt "Prinzessin Eva II. vom Simonsbrunnen" wurden mit donnerndem "Helau" empfangen.

Einen Augenschmaus boten die jüngsten Aktiven. Mit ihrem Kinder-Rock 'n Roll sorgten die "Kleinen Strolche" unter Leitung von Lissi Keßler für Beifallsstürme. Kappensitzung ohne Protokoller - in Mülhofen wird's einen solchen karnevalistischen Fauxpas nie geben. Nicht nur mit heiterem, sondern auch mit manch ernstem Ton ließ Rolf Trennheuser die Tradition hochleben. "Graf's Peter" der mit "Plastiktüten am Finanzamt vorbei" wohl eher einen Flop als 'nen Lob gelandet hätte, durfte im Rückblick genausowenig fehlen wie das abgestellte Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich. Auch den Führungswechsel in der SPD kommentierte Trennheuser: "Jetzt hann mer en Kasper statt 'nem Hampelmann." In ihren funkelnd rot-weißen Kostümen bildeten die Gardemädchen mit ihrer Tanzdarbietung einen gelungenen Übergang zur "Vereinswitwe" Annemarie Kanz. "Weil jeder Club, der was taugt, im Verein 'nen Trottel braucht", müsse sie so manchen Tag und manche Nacht auf ihren Mann verzichten. Hinweise zur Gesundheit von Leib und Seele erteilten "Das Kräuterweib und der Pilzsammler", alias Rolf Kuppler und Franz Dielentheis, der in den Reihen der Pilzverwandtschaft solche, die aus dem Faß kommen, als Lieblings"pilse" hervorhob.

"Oh heiliger St. Florian, verschon' mein Haus, zünd' andre an", beschwor "Feuerwehrmann" Michael Kantz seinen Schutzpatron, bevor bei Dirk Weller und Jürgen Müller als "Doof und Dööfchen" kein Auge mehr trocken blieb. Einen weiteren Angriff auf das Zwerchfell unternahm Ute Müller mit ihrem Vortrag "So sind se all", der auf die Marotten des starken Geschlechtes zielte. Nach "Jupp mit seinem Federvieh", einem Zwiegespräch von Josef Keßler und Dirk Weller ging's in die verdiente Pause.

Ganz nach dem Motto "das Beste wird bis zum Schuß aufgehoben" markierte der Schautanz der Möhnengarde nicht nur den tänzerischen Höhepunkt des Abends. Daß die Akteure nicht ohne Zugabe von der Bühne kamen, zeugte von der Begeisterung des Publikums.

Was "Zwei Kegelbrüder" erleben, gaben dann Gerd Dapper und Rolf Störing zum Besten, bevor Wollinger einen weiteren Knüller ankündigte. Mit ihrem "Marktweibertanz" brachte das "Männerschreckballett" die Stimmung zu vorgerückter Stunde noch einmal zum Kochen und setzte den Schlußstrich unter eine gelungene Veranstaltung.