Tanz und Wort voller Schwung und Witz

Die Mischung stimmte: Programm der Mülhofener KG "Ganz denewer" zog Zuschauer in den Bann

BENDORF. Karnevalssitzungen sind wie Minestrone - wollen sie gelingen, dann muss die Mischung stimmen. Den Mülhofener Jecken der Karnevalsgesellschaft "Ganz denewer" kann man sich dabei getrost als Gourmet überlassen. Nie deftig, aber mit der richtigen Würze präsentierten sie eine Sitzung, die die Zuschauer vor allem ob ihrer Leichtigkeit in den Bann zog.

Vom Garderegiment bis zum Bauchtanz. Das Programm, das die Tänzer und Tänzerinnen der Mülhofener KG in der von Elferratspräsident Rolf Trennheuser geleiteten Sitzung präsentierten, ließ sich an Vielfalt nur schwer überbieten. Denn mit dynamischen Choreografien entführten sie ihr Publikum sowohl in morgenländische Gefilde, als auch in die Welt von Petticoat und Elvis-Tolle. Dass klassische Karnevalsschritte sich dahinter aber nicht verstecken müssen, bewies eindrucksvoll der Tanz der Mülhofener Garde sowie das Solo von Funkenmariechen Vanessa Moskopp.

Und auch um den Nachwuchs muss einem in Mülhofen nicht bange sein, zeigten doch "Die wilden Hummeln" in ihren schwarzen Kostümen nicht nur die düstere Seite der Vampirwelt, sondern auch deren tänzerische Leichtigkeit. Ebenso so viel Schwung wie die Tänze, hatte aber auch das Wort, sprich: die Büttenreden. Wie missverständlich Sprache dabei sein kann, präsentierten Dirk Weller als ostfriesischer Bauer sowie Iris Keifenheim und Josef Keßler als Computerfreaks. Während Weller sein Mobiliar zum Arzt schleppte, weil dieser dessen Stuhl untersuchen wollte, fachsimpelte das Duo über Begriffe wie Rechner, Maus oder Virus. ("Wie, ich kann mir einen Virus holen, der Computer hat 1000 Euro gekostet"). Der hohen Politik las Rolf Trennheuser als Protokoller die Leviten - er hatte in seinen Vortrag sogar schon Schröders Rücktritt vom Parteivorsitz eingebaut. Martin Ditmer und Patric Stamm lieferten sich einen tierischen Disput als Glücksschwein und als Pechvogel. Und dass man klassischen Rollen der Bütt sehr viel abgewinnen kann, zeigten das Duo Eva Wollinger und Monika Brink sowie Erich Günther.

Ein Highlight der Sitzung war nicht zuletzt sein Lokalkolorit. Unter anderem im Blickpunkt: das Mülhofener Prinzenpaar Jürgen I. und Ute III., deren Vita innerhalb eines Prinzenquiz beleuchtet wurde. Andere Spitzen bezogen sich natürlich auf die Rivalität mit Sayn, dessen Prinzenpaar genauso anwesend war wie das aus Stromberg und Engers. Und zur richtigen Mischung steuerten schließlich auch die auswärtigen Majestäten bei - war doch neben dem überwiegenden "Mülhofen Helau" auch "Stromberg Meck, Meck" und Sayn "Säbälä" sowie "Engersch Helau" zu hören.

Peter Karges