Urgestein lästerte über die Fastnacht

Bütt der KG Mülhofen war bei Sitzung begehrt

BENDORF. Spaß und gute Laune standen bei der Kappensitzung der KG Mülhofen 1950 "Ganz denewer" im Vordergrund. "Wir haben wieder versucht, ein echtes Karnevalsprogramm auf die Beine zu stellen, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei ist", sagte Erich Günther, Geschäftsführer der KG Mülhofen. Echter Karneval bedeutet für den Verein, ein buntes Programm aus Tanz und Vorträgen zu bieten.

"Wir sind stolz darauf, dass in Mülhofen noch viele Redner in die Bütt steigen", erklärte Ute Müller, die die Sitzungen koordiniert. Fünf Stunden Programm hatten die etwa 90 Karnevalisten der KG für die etwa 300 Gäste in der Mehrzweckhalle Mülhofen vorbereitet. Den Anfang machte die kleine Männergarde, die von Birgit Schneider trainiert und von Alexandra Bernhardi betreut wird. Danach gaben sich das Prizenpaar Henry II. vom gelben Engel und Prinzessin Wilma II. von der Linie Sieben die Ehre. Für Begeisterung sorgte die Tanzgruppe "Die wilden Hummeln", die Sabine Wirges trainiert und Annemarie Kantz betreut. Die erste Rakete folgte nach dem Vortrag des Sitzungspräsidenten Rolf Trennhäuser. Als "Protokollant" stieg er in die Bütt und berichtete über politische Ereignisse 2005. Am Ende seines Vortrags stand fest, dass sich diese mit Humor viel besser verkraften lassen. Das sah Eva Wollinger als "Fastnachtsgeschädigte" aber ganz anders. Sie hatte die Nase voll vom Karneval. So recht wollte man ihr den Hass aber nicht abnehmen, denn sie zählt zum Urgestein des Mülhofener Karnevals.

Auch die Möhnen waren an diesem Abend dabei. Der Gardetanz der Möhnengarde, trainiert von Jessica Kantz und Kerstin Patzig und betreut von Angelika Günther, heizte die Stimmung an. Als dann Bettina Reichert und Nicole Fischer von ihren Erlebnissen als Stewardessen auf dem Flug von Weitersburg nach Mülhofen berichteten, blieb vor Lachen kein Auge trocken. Katrin Voges und Björn Kuppler zeigten beim Paartanz ihr Können. "Ein armer Friese" war an diesem Abend Dirk Weller. Mit im Urlaub geübtem friesischen Dialekt erzählte er Witze. Alexandra Patzig stand danach als Solomariechen auf der Bühne. Mit seinen zwölf Jahren stand Björn Kuppler zum ersten Mal als Redner in der Bütt. In dem Vortrag "Am Gartenzaun" wurde er von Rolf Kuppler und Franz Dielentheis in die Kunst des Büttenredens eingeführt und musste singen, reimen, reden. Lateinamerikanisch wurde es mit den Crazy Girls, die ihre Sambakünste zeigten. Erich Günther holte die Besucher als "Doof Nuss" wieder nach Mülhofen zurück. Das war auch nötig, denn sonst hätte man Josef Kessler, Patric Stamm und Martin Dittmer als "Die drei vom Witz Stop" nicht verstehen können: Sie nahmen ihr Prinzenpaar, die Möhnen und den Elferrat kräftig auf den Arm. Als "Fürsten der Finsternis" standen die Möhnen danach auf der Bühne. Ute Müller stieg als "Weihnachtshasserin" in die Bütt und erzählte von weihnachtlichen Katastrophen. Vor dem Finale tanzten die Männer Ballett in Tutus.

Stephan Schnelle