"Volk" war von Kopf bis Fuß auf Narretei eingestellt

Kappensitzung von "Ganz denewer" Mülhofen - Prinz war mit seinem "Volk" zufrieden

MÜLHOFEN. NIC. Licht aus, Leuchtröhren an: Mit Neonlichtchen winkend bereiteten die Mülhofener Narren auf der Kappensitzung der KG "Ganz denewer" ihrem Prinzenpaar Horst II. von Huddel und Brassel und Brigitte I. vom geschickten Händchen einen herzlich-fröhlichen Empfang.
Aus Büttenreden, Tänzen und Schunklern hatten "Ganz denewer" unter ihrem Sitzungspräsidenten Bernd Wollinger einen bunten Karnevalscocktail zusammengestellt.

Und damit die Gecken auch gleich wußten, wo's langgeht, verlas Hofmarschall Dirk die närrischen Gesetze: Wer die bis Aschermittwoch mißachtet, kommt unter zwei Lokalrunden nicht davon. Doch der Prinz konnte mit seinem Volk zufrieden sein: Alle waren von Kopf bis Fuß auf Narretei eingestellt.

Weniger glücklich traf es Protokollarius Rolf Trennheuser. Die Taten der Bonner Politpromis und der "Wettkampfgeist" einiger Sportfunktionäre machten ihm ganz schön zu schaffen: "Wenn Sport verkommt zur Werbeschlacht, sag ich Olympia, gut' Nacht."

Die Büttenredner ließen in der Narrhalla keine trüben Gesichter zu: So plauderte Josef Keßler aus des Prinzenpaares Nähkästchen, und die "Bänker von der Rentnerbank" erzählten sich den neuesten Klatsch aus Mülhofen. Manch einer erkannte da seinen Nachbarn und auch mal sich selbst wieder. In die Ferne zog es hingegen die zwei "Flaschen", Rolf Kuppler und Franz Dielentheis. Die wollten nämlich dem Papst zum Namenstag gratulieren: "Es war zwar kein Johannes und kein Paul, dafür aber der Zweite."

An selbstbewußten Frauen mangelt es in Mülhofen keineswegs, wie Annemarie Kantz schnell klarstellte: "Alle Männer den Kopf nach mir drehn, ich kann mir net helfe, ich find mich schön." Auch Ute Müller und Präsidentengattin Eva Wollinger hatten es mit der holden Männlichkeit. "Ich heirate nur einen mit Humor", tönte die eine kleinlaut. Und die andere antwortete prompt: "Wieso, der hat bei dir doch sowieso nix zu lache."

Wer sich fragte, woher die Büttenredner nur all die Ideen haben, dem verriet der "Allzweck-Karnevalist" Manfred Hein das Geheimrezept. Dabei hatte er genauso die Lacher auf seiner Seite wie die "doof Nuss" Erich Günther und der "lustige Rheinländer" Gerd Dapper, der wußte, was FDP wirklich heißt - nämlich fast drei Prozent.

Zwischen den Büttenreden zeigten die Mülhofener, daß sie auch tänzerisch einiges draufhaben. Die Tanzgarde versprühte beim Gardetanz wahre Funken und ließ den Saal beim Disko-Sound beben. Mit heißem Rhythmus im Blut und akrobatischen Glanzleistungen verbreitete das "Männerschreckballett" spanisches Flair - sehr zur Freude gerade auch der Herren der Schöpfung. Nachwuchssorgen brauchen sich die Mülhofener Tänzer jedenfalls nicht zu machen: "Die (süßen) kleinen Strolche" tanzten sich als Katzen in jedes Narrenherz.

Was wäre Karneval ohne Stimmungsmusik à la Klaus und Klaus oder Oldies à la Drafi Deutscher. Superhits aus drei Jahrzehnten, präsentiert von Dieter Thomas Hecks Doppelgänger, hoben die Narrhalla quasi aus den Angeln, bevor mit einem bunten Finale eine schöne Sitzung zu Ende ging.